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Lares - Frauen setzen Zeichen bei Bau und Planung

 

Architektur und Planung sind Männerdomänen, in denen Frauen stark untervertreten sind. Räume und Ortsstrukturen werden mehrheitlich von Männern geplant und gebaut, Frauen sind von den Planungsprozessen weitgehend ausgeschlossen. Im Gegensatz zur heutigen Realität fordert die Idee der Nachhaltigen Entwicklung die Beteiligung (Partizipation) möglichst aller Menschen bei der Gestaltung des Lebensraums, also auch die Beteiligung der Frauen.

 

 

Das Projekt «Lares - Frauen setzen Zeichen bei Bau und Planung» bezweckt die Einsitznahme von Fachfrauen in der Bauherrschaft grosser Planungs- und Bauvorhaben. Lares heisst Partizipation von Frauen in Planungs- und Bauprozessen und somit Mitbestimmung an der Gestaltung des Lebensraums.

 

Damit soll erreicht werden,

  • dass unterschiedliche Lebensrealitäten von Frauen und Männern gleichwertig in die Planungsprozesse einbezogen werden.
  • dass unterschiedliche Bedürfnisse von Frauen und Männern gleichwertig in Planungsprozessen berücksichtigt werden. (gendergerechtes Bauen)
  • dass Fachfrauen und ihre Leistungen sichtbar werden.

 

Aufgrund der anderen Lebensrealitäten und spezifischen Gender-Kompetenzen können Frauen zusätzliches Wissen in die Planungsprozesse einbringen. Konkrete Projekterfahrungen (S-Bahn-Station Bern-Ausserholligen, Masterplan Bahnhof Bern, Bahnhofplatz Bern) haben gezeigt, dass Frauen gebrauchswertbezogen und benutzerInnenorientiert planen. Sie betrachten Probleme vernetzt und beziehen gesellschaftspolitische Hintergründe mit ein. Durch diesen Mehrwert an Wissen und durch die Berücksichtigung «anderer» Sichtweisen verändern sich die Interessensabwägungen innerhalb der Planungsprozesse. Es ergibt sich eine Verschiebung weg von einer vor allem technischen Sichtweise hin zu Lösungen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen besser entsprechen, also letztlich zu qualitativ besseren Resultaten führen.

 

Lares bedeutet Qualitätssteigerung und -sicherung durch Gleichstellung.

 

 

Lares-Fachfrauen achten darauf, dass die gestaltete Umwelt und Bauwerke gendergerecht sind. Gendergerechtigkeit heisst: Die aktuellen Bedürfnisse der NutzerInnen – vor allem der Frauen – werden bei Bau und Planung berücksichtigt. Bau und Planung sind von der Vision geleitet, dass Frauen sowie Männer verschiedene gesellschaftliche Rollen einnehmen können und gleichen Zugang zum öffentlichen Raum haben.

 

Die Arbeit der Lares-Fachfrauengruppen richtet sich dabei an folgenden Zielen aus (gemäss Fäber, Ch. et al., 2001):

  • Frauen und Männern soll in ihren verschiedenen Rollen die gleiche Mobilität ermöglicht werden (Mobilitätschancen).
  • Der Lebensraum soll für Frauen sowie Männer gleichermassen attraktiv gestaltet sein.
  • Für die gesamte Bevölkerung sollen nachhaltige Wohn-, Arbeits- und Freizeitorte entwickelt werden.
  • Allen NutzerInnen sollen angepasste Formen der Mitwirkung und Mitbestimmung eröffnet werden.