Ideenwettbewerb und Studienauftrag Neugestaltung Eigerplatz Bern
Der „Eigerplatz" ist einer der komplexesten Verkehrsknoten in der Stadt Bern. Hier enden nicht nur mehrere Strassen des Basisnetzes und Quartier-strassen, es treffen sich auch verschiedene Achsen des Velo- und Fuss- verkehrs. Die zukünftige Tramlinie 10 wird den Platz queren und auch eine Haltestelle aufweisen. Zudem endet hier die Buslinie 28. Der Eigerplatz – der heute eigentlich gar kein Platz ist – muss also den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht werden.
Stadt und Kanton Bern sowie BERNMOBIL suchten in einem zweistufigen Wettbewerbsverfahren für den Eigerplatz kreative und zukunftsweisende Vorschläge, die auf einer gesamtheitlichen Betrachtung von Stadtraum, Verkehr und wirtschaftlichen Nutzungen sowie Quartierschutz aufbauen.
Der Ideenwettbewerb als erster Schritt wurde am 10. November 2009 ab- geschlossen und bildete die Grundlage für den anschliessenden Studien-auftrag.
Die Lares-Fachfrau im Projekt „Neugestaltung Eigerplatz, Bern" war Patricia Wenk, dipl. Raumplanerin FSU und Verkehrsplanerin SVI. Sie war als Fach- expertin Mitglied der Wettbewerbsjury und des Begleitgremiums zum Studienauftrag und erarbeitete Kriterien für die Beurteilung der Projekt-eingaben aus Sicht der Gendergerechtigkeit und Alltags-tauglichkeit. Ihre Anregungen sind entsprechend in die Empfehlungen zur Weiterbearbeitung eingeflossen.
Tram Region Bern - Beurteilung auf Gender- und Alltagsgerechtigkeit

Die Buslinie 10 zwischen Köniz und Ostermundigen wird durch ein Tram er- setzt und die bestehende Tramlinie 9 bis nach Kleinwabern verlängert. Bis Ende 2010 werden die neuen Tramlinien im Rahmen des Vorprojekts kon- kretisiert und bis spätestens 2014 der Bau in Angriff genommen.
Fünf von sechs Teilprojekten wurden von den Lares-Fachfrauen begutachtet. Ziel war anhand eines Gender-Kriterienkatalogs das Aufzeigen von Opti- mierungsvorschlägen. Diese sind in Absprache mit den verantwortlichen Gremien zuhanden des Bauprojekts eingeflossen. Der Gender-Kriterien-katalog basiert auf raumrelevanten sozialen Bedürfnissen aus der Pers- pektive der späteren Nutzerinnen und Nutzer. Diese Kriterien stützen sich ab auf bereits existierende Gender-Projekte mit Fokus auf den öffentlichen Raum (u.a. Lares-Projekt Stadtraum HB Zürich). Der Gender-Kriterien-katalog wurde mit einzelnen tram- und haltestellenbezogenen Spezifi-zierungen sowie um die nutzungsbezogenen Projektanforderungen des Trams Region Bern ergänzt. Die Anregungen der Lares-Fachfrauen wurden in den Sitzungen diskutiert und in den weiteren Planungsverlauf integriert.
Der Bericht zur Beurteilung auf Gender- und Alltagsgerechtigkeit steht hier zum Download zur Verfügung. >pdf
Begleitung Projektwettbewerb Pfingstwaidareal Zürich
In Zürich-West soll ein neuer 12000 m2 grosser Quartierpark entstehen, der vielfältigen Freiraum- und Erholungsbedürfnissen Rechnung trägt und die Identifikation der Bevölkerung mit dem Quartier fördert. Eine Primarschul-anlage mit Turnhalle soll ebenfalls neu erstellt und in den Park integriert werden. Auf ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung und der Grund-eigentümer soll der Quartierpark ein „grüner Park" werden, Partizi-pation soll möglich sein und die soziale Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert einnehmen1.
Die Stadt Zürich veranstaltete 2010 einen öffentlichen Projektwettbewerb für diese anspruchsvolle Aufgabe. Als Fachexpertinnen für die Gender Thematik begleiteten Dr. Elisabeth Bühler, Geographin von der Universität Zürich und Gudrun Hoppe, dipl. Ing. Landschaftsarchitektin BSLA vom Büro quadra als Lares-Fachfrauen den Wettbewerb. Bereits bei der Erstellung des Wettbewerbsprogrammes wurden von den Expertinnen Planungsem-pfehlungen zur geschlechtssensiblen Gestaltung öffentlicher Parkanlagen erarbeitet, die Bestandteil des Wettbewerbsprogramms wurden. Alle Teams wurden zudem dazu verpflichtet, einen Plan soziale Nachhaltigkeit - gender mainstreaming zu erstellen.
Über 50 Teams beteiligten sich am Wettbewerb. Mit Hilfe eines Kriterien-rasters, der sich an den formulierten Planungsempfehlungen orientiert wurden alle Projekte während der Vorprüfung summarisch beurteilt. Die Expertinnen waren während der drei Jurytage anwesend und standen für Fragen und Diskussionen zum Thema zur Verfügung. Die Projekte wurden sehr umfassend diskutiert, die Projekte der letzten Beurteilungsrunde
nochmals detailliert in Bezug auf den Kriterienraster geprüft.
1
www.stadt-zuerich.ch/ted/de/index/gsz/planung_u_bau/entwicklungs-_und_aufwertungsgebiete/entwicklungsgebiet_zuerichwest/
pfingstweidpark.html
Wettbewerb Langsamverkehrpasserelle Ausserholligen
Der Projektwettbewerb für Bauingenieure und Architekten in Bearbeitungs- teams beinhaltet die Aufgabe, eine attraktive Langsamverkehrsverbindung in Hochlage zwischen dem Europaplatz und dem Entwicklungsgebiet Weyermannshaus Ost im Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Bern – Ausser-holligen zu entwerfen. Diese Passerelle ist für zu Fuss Gehende und Velo Fahrende zu konzipieren sowie behindertengerecht zu gestalten. Die Ver- kehrsplanerin Ulrike Huwer vertrat Lares als Fachpreisrichterin in der Jury des Wettbewerbs.
Das Projekt "Durchblick" der Bauingenieure Ulaga Partner AG und der Nord GmbH Architekten aus Basel hat den Wettbewerb gewonnen.
Projektentwicklung Zürich, Zollstrasse - Studienauftrag Städtebau
Der Hauptbahnhof Zürich und seine Umgebung sind für die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und die Stadt Zürich von grosser Bedeutung und von vitalem Interesse. Noch bis ca. 2014 wird das Areal an der Zollstrasse nördlich der Geleise als Baustelleninstallationsplatz für den Bau der Durch-messerlinie genutzt. Anschliessend kann das Gelände vom eigentlichen Bahnbetrieb freigestellt werden. Die Schweizerischen Bundesbahnen führten für die Arealentwicklung des Gebiets „Zollstrasse Zürich" einen Studien-auftrag durch, für den sie drei Teams eingeladen haben. Diese erarbeiteten einerseits städtebauliche Vorschläge über das SBB-Areal, andererseits Inputs zur künftigen Konzeption und Gestaltung der Strassen- und Platz- räume an der Zollstrasse.
Zwei Lares-Fachfrauen beurteilten aufgrund von Gender-Kriterien die drei eingereichten Teambeiträge.

Öffentliche Räume sind Teil jeder Stadtkultur, sie sind Identität und Image-träger. Mit dem Ziel, die Qualität des Berner Stadtbilds und des öffentlichen Raums zu sichern, haben verschiedene Fachstellen der Stadt Bern zu- sammen mit externen Fachleuten das Handbuch «Planen und Bauen im öffentlichen Raum» erarbeitet. Durch den Beizug von Lares Fachfrauen zum Thema gender- und alltagsgerechtes Planen und Bauen, konnten die Er- fahrungen aus dem Projekt Lares in dem Handbuch gesichert werden.
Die Inhalte des Handbuchs hat der Gemeinderat im vergangenen Jahr ge- nehmigt und als verbindlich erklärt. Das Handbuch ist online verfügbar unter: www.bern-baut.ch (Rubrik «Wie wir planen und bauen»). Es umfasst knapp 150 Seiten.